Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung leiden in Deutschland derzeit etwa 9 Millionen Menschen unter einer Nahrungsmittelallergie. Allerdings gibt’s keine verlässlichen Studien oder statistischen Erhebungen. Die vermutete Dunkelziffer und auch die klare Abgrenzung der Nahrungsmittelallergiker gestalten sich kompliziert. Denn zunächst muss zwischen Lebens-mittelunverträglichkeit und Nahrungsmittelallergie unterschieden werden. Bestimmte Stoffwechselerkrankungen, Toxine und Psychische Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel können, bei Verzehr oder Kontakt dieser Nahrungsmittel, schwerwiegende Symptome auslösen. Diese lassen sich zunächst nicht von einer echten allergischen Reaktion unterscheiden. Übelkeit mit Erbrechen, plötzlicher Durchfall oder dermatologische Reaktionen können die Folge sein. Dennoch handelt es sich häufig nur um reine Lebensmittelunverträglichkeiten. Von einer echten Nahrungsmittelallergie kann erst dann gesprochen werden, wenn das Immunsystem diese Abwehrreaktionen ausgelöst hat. Die Differenzierung zwischen Nahrungsmittelallergie und Lebensmittel-unverträglichkeit erfolgt in der medizinischen Diagnostik über die Anwendung von Bluttests, Hauttests oder im Ausschluss-verfahren durch spezielle Diäten.

Ist die Heilung einer Nahrungsmittelallergie möglich?

Wenn das Immunsystem erst einmal eine Nahrungsmittelallgerie ausgebildet hat, ist eine endgültige „Heilung“ schwierig. Grundsätzlich schließt sich nach der Phase der medizinischen Diagnostik eine konsequente Abstinenz zur Vermeidung der allergischen Symptome an. Es sind aber nachgewiesene Fälle bekannt, in denen diese Abstinenz über die Jahre hinweg zu einem Verschwinden der Allergie geführt hat. Allerdings ist auch hier keine Nachhaltigkeit nachgewiesen worden. Denn viele Allergiker meiden schließlich auch Jahre später das betreffende Nahrungsmittel. So ist es theoretisch denkbar, dass bei vielen Allergikern zwar die Nahrungsmittelallergie über die Jahre hinweg verschwindet, dies aber nie festgestellt wird, da das Lebensmittel nicht mehr konsumiert wird. Um einer möglichen Nahrungsmittelallergie vorzubeugen, ist nach Ansicht der Ernährungsexperten eine vielseitige und ausgewogene Ernährung ausschlaggebend. Viele Allergien werden aufgrund eines übermäßigen Konsums des jeweiligen Nahrungsmittels ausgelöst. Somit sollte die Ernährung auf eine besonders breite und abwechslungsreiche Basis gestellt werden. Und dieses Vorgehen sollte bereits ab dem Säuglingsalter eingehalten werden. Ebenso ist eine übertriebene Hygiene im Kindes- und Säuglingsalter ein Nährboden für das Entstehen einer Nahrungsmittelallergie. Wenn das Immunsystem nicht mit einer ausreichenden Anzahl von Keimen und Bakterien konfrontiert wird, kann es auch keine Antikörper gegen diese Keime und Bakterien ausbilden. Somit sind dann im späteren Leben allergische Reaktionen gegen bestimmte Keime, Bakterien und auch Nahrungsmittel die Folge.

Gibt es auch Lebensmittel, die keine Nahrungsmittelallergie auslösen?

Grundsätzlich gibt es fast keine Lebensmittel, bei denen bislang noch keine Nahrungsmittelallergie bekannt geworden wäre. Lediglich bei Artischocken, Reis, Kartoffeln oder bestimmten Blattsalaten sind bislang keine allergischen Reaktionen bekannt geworden. Ansonsten findet sich nahezu zu jedem Lebensmittel ein Allergiker. Die häufigsten Allergien sind gegen Vollmilch, Hühnereier, bestimmte Kräuter, Fische und Steinobst bekannt. Besonders gravierend wirkt sich eine Erdnussallergie aus. Bereits bei dem Verzehr von geringen Spuren von Erdnüssen kann eine heftige allergische Reaktion ausgelöst werden, die zu einem anaphylaktischen Schock führen kann. Damit besteht für den Allergiker dieser Nahrungsmittelallergie eine lebensgefährliche Situation. Daher ist für die Herstellung von Lebensmitteln die Angabe von Nüssen unter den Inhaltsstoffen verpflichtend. Insgesamt sind die Symptome einer Nahrungsmittelallergie vielseitig und je nach Allergiker individuell. Hautausschläge, vielseitige Erkrankungen des Hals- und Nasentraktes bis hin zur Atemnot, Übelkeit und Erbrechen, sensitive Überempfindlichkeiten und Störungen des Kreislaufes sind nur einige Beispiele für mögliche Krankheitsbilder bei einer Nahrungsmittelallergie.