Die Form der Kontaktallergie zählt zu den häufigsten Allergien und wirkt sich als Hautreaktion an der Stelle aus, an der das Allergen die Haut berührt. Schätzungsweise 15 % der Bevölkerung entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Kontaktallergie. Meist handelt es bei einer Kontaktallergie um eine Überreaktion gegen Duftstoffe, verschiedene Metalle, wie Nickel und Chrom, Konservierungsmittel oder Latex. Die allergische Reaktion tritt in Form eines Hautausschlags oder Ekzems auf und kann unterschiedlich unangenehm ausfallen. Eine Kontaktallergie gehört zu der Gruppe der Typ IV Allergien, den Spättyp-Allergien, die eine zelluläre Immunreaktion auslösen. Die Reaktion bei einer Kontaktallergie tritt frühestens nach zwölf spätestens nach zweiundsiebzig Stunden ein und hält damit auch länger als der eigentliche Allergiekontakt an, da sich die Allergene in der Haut absetzen. Es sind inkomplette Allergene (oft fettlösliche Substanzen), die sich in der obersten Hautschicht ablagern und von dort aus ihre Wirkung entfalten. Beim Erstkontakt mit dem Allergen tritt bei einer Kontaktallergie keine Reaktion ein, allerdings werden die dendritischen Zellen, auch Langerhans-Zellen genannt, aktiviert. Sie gehören zum Immunsystem und wandern deshalb nach ihrer Aktivierung zu den Lymphknoten und stimulieren dort die Lymphozyten. Diese lagern sich anschließend als Gedächtniszellen in der Haut ein. Beim zweiten Kontakt mit dem Allergen tritt dann eine Reaktion ein, da die Gedächtniszellen den Startschuss für eine Immunantwort geben. Es kommt zu einer Rötung, Entzündung oder sogar der Bildung von Bläschen, aus denen Gewebeflüssigkeit austritt und Krusten entstehen. Begleitet sind die Erscheinungen mit einem Juckreiz. Die Reaktion begrenzt sich allerding nur auf die Kontaktstelle und weitet sich erst aus, wenn es zu einem chronischen Kontakt mit dem Allergen kommt. Dann bildet sich ein trockenes allergisches Ekzem mit groben Hautbild und starker Hautschuppung. Daher sollte bei Kontakallergien die häufige Berührung mit dem Allergen vermieden werden.

Wie lässt sich eine Kontaktallergie diagnostizieren?

Eine Kontaktallergie lässt sich mittel eines Pflastertests, Epikutantest, diagnostizieren. Dabei werden die vermuteten Allergene, die eine Kontaktallergie beim Patienten auslösen, auf die Haut am Rücken aufgetragen und mit Pflastern fixiert. Nach zwei Tagen werden die Pflaster wieder entfernt und eine Reaktion lässt sich unmittelbar und erneut nach zwei Tagen ablesen. Die spätere Kontrolle ist nötig, da bei einer Kontaktallergie die Reaktion verzögert eintritt. Sollte eine Kontaktallergie mit einem Stoff vorliegen, der im Berufsfeld regelmäßig vorkommt oder sogar unvermeidbar ist, muss der Arzt umgehend die zuständige Berufsgenossenschaft informieren. In manchem Fall kann dann die Kontaktallergie zur Berufsunfähigkeit führen. Sollte zum Beispiel ein Friseur eine Kontaktallergie gegen die Inhaltsstoffe von Shampoo und Stylingprodukten entwickeln, ist eine Berufsausübung nicht mehr möglich. Oft betroffen sind Reinigungspersonal oder auch Pflegekräfte, da der ständige Kontakt mit Wasser, Seifen und Desinfektionsmitteln den Schutzmantel der Haut schädigt und die verwendeten Mittel oft mit Zusatzstoffen angereichert sind.

Eine effektive Behandlung der Kontaktallergie gibt es bisher nicht

Eine heilende Behandlung von Kontaktallergien ist bisher nicht bekannt. Die Hyposensibilisierung ist bisher nicht ausreichend entwickelt. Daher gilt erstmal eine Behandlung der akuten Hautirritationen. Bei einem nässenden Ausschlag werden feuchte Umschläge und wasserhaltige Salben angewendet. Bei trockenen und gereizten Stellen, die unter Umständen chronisch bleiben, werden fetthaltige Cremes aufgetragen. Fällt die Reaktion auf die Kontaktallergie sehr stark aus, kann auch kurzzeitig eine cortisonhaltige Salbe verschrieben werden. Bei Kontaktallergien gilt daher die Vermeidung mit dem Allergen, insofern wie das möglich ist. Das kann den Verzicht auf Modeschmuck oder verschiedene Pflegeprodukte bedeuten. Das Tragen von Handschuhen oder Hautschutzsalben kann aber Abhilfe schaffen. Mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sollte sparsam umgegangen werden und es wird die Verwendung von seifenfreien Waschlotionen empfohlen. So kann auch das Entstehen einer Kontaktallergie verhindert werden.